Essgewohnheiten ändern (1/2): Lerne deinen inneren Dialog kennen

Wenn du deine Essgewohnheiten ändern willst, weil du abnehmen oder gesünder leben möchtest, dann ist das kein einfacher Job. Gewohnheiten sind verdammt hartnäckig. Uns wird oft suggeriert, dass wir nur eine Diät machen müssen oder mal eben unsere Ernährung umstellen, dann werden wir schlank. Aber so einfach ist es nicht.

 

Hier erkläre ich dir, warum das nicht so einfach ist und wie du deine Essgewohnheiten dennoch effektiv ändern kannst. Du kannst den Artikel lesen oder dir dieses Video anschauen (der Inhalt ist gleich):

Wir wissen selten, was wir denken.

Wir haben alle eine innere Stimme, einen inneren Dialog, der den ganzen Tag vor sich hin plappert. Diese Stimme kommentiert alles, was wir machen. Manchmal hören wir das ganz bewusst und meistens nicht.

 

Diese Stimme sind unsere Gedanken. Aus der Forschung wissen wir, dass uns jeden Tag ungefähr 60.000 Gedanken durch den Kopf schießen. Wenn du jetzt glaubst, dass du nicht so viel denkst,  dann ist das ein Zeichen dafür, dass der größte Teil dieser Gedanken unbewusst bleiben. Ungefähr 90% dieser Gedanken erreichen nie dein Bewusstsein. Du merkst nicht, dass du das denkst.

Deine Gedanken steuern dein Essverhalten.

Aber egal ob du die Gedanken wahrnimmst oder nicht - sie haben einen riesigen Einfluss darauf, wie du dich fühlst und wie du dich verhältst.

 

Ich gebe dir ein Beispiel von einer Klientin von mir. Diese Klientin hat sich gefragt, warum sie oft nicht aufhören kann zu essen. Wir uns eine Situation genau angesehen. Sie hatte Abendbrot gegessen, war satt und hatte aufgehört. Später - das Essen stand da noch - hat sie den Rest doch noch aufgegessen. Obwohl sie nicht mehr konnte. Und ihr ist richtig schlecht geworden.

 

Im Coaching hat sie herausgefunden, dass sie in dem Moment, bevor sie das Essen aufgegessen hat, eine Stimme in ihrem Kopf gehört hat, die gesagt hat: Das schaffst du sowieso nicht. Das hältst du nicht aus, das stehen zu lassen.

 

In diesem Moment hat sie sich so schlecht gefühlt, und in ihr ist eine so große Spannung entstanden, dass es das einfachste war, das Essen aufzuessen. Als sie geglaubt hat, dass sie es nicht aushält, war das so unangenehm, dass sie es tatsächlich nicht ausgehalten hat. Diese Gedanken haben die Tendenz sich selbst zu bestätigen.

 

Vielleicht kennst du das bekannte Zitat von Henry Ford: Ob du glaubst du schaffst es oder du schaffst es nicht, du wirst immer recht behalten.

 

Deshalb ist  es wahnsinnig wichtig, diese Gedanken zu kennen. Diese Gedanken bestimmen, wie du fühlst und wie du lebst.

Essgewohnheiten ändern? Lerne zuerst deinen inneren Dialog kennen.

Deshalb: Versetze dich in eine Situation, in der du etwas gegessen hast, obwohl du keinen Hunger hattest. Was hast du in diesem Moment gedacht? Schreibe diese Gedanken auf. Lass dir Zeit. Schreibe alles auf, was dir einfällt. Bewerte es nicht.

 

Meine Klientin hat gedacht: Das schaffe ich sowieso nicht. Das kann ich nicht.

 

Das ist ein Beispiel für eine Stimme, die oft der innere Kritiker genannt wird. Vielleicht kennst du das auch. Die allermeisten von uns haben eine Version dieser Stimme. Die sagt zum Beispiel:

  • Wenn du das auch noch isst, dann bist du selber schuld, wenn du fett wirst.
  • Das ist wieder typisch, dass du das nicht hinkriegst.
  • Iss das nicht, Zucker macht krank.

Wenn du diese Gedanken aufgeschrieben hast, dann frag dich: Möchtest du das wirklich glauben? Wie hört sich die Stimme an? Erkennst du sie wieder? Spricht sie wie deine Mutter, dein Vater oder ein Lehrer? Meine Klientin hat zum Beispiel ihre Stiefmutter in der Stimme wiedererkannt. Wenn dir das klar wird, hilft es dir zu erkennen, dass du diese Sätze gelernt hast. Dass sie nicht die Wahrheit sind.

 

Wenn du dem nachgehst, was du in der Situation denkst, bevor du isst, obwohl du keinen Hunger hast, hörst du vielleicht noch eine andere Stimme. Die sagt zum Beispiel:

  • Ich lasse mir gar nichts verbieten. Ich esse das jetzt noch.
  • Wenn ich das nicht darf, dann erst recht.
  • Jetzt hab ich schon so viel gegessen, jetzt kommt es nicht mehr darauf an.

Die Stimme ist wie ein trotziges Kind. Und auch diese Stimme ist den meisten von uns vorhanden. Schreib auch diese Gedanken auf. Wann hast du das gelernt? Wo kommt das her? Als Neugeborenes hast du nicht gedacht: Ich hab mir verdient, diese Tafel Schokolade zu essen.

 

Vielleicht findest du ganz andere Stimmen.  Es kann sich erstmal so anfühlen, als ob du da viel Negatives entdeckst. Mach dir klar, dass das schon vorher da war. Du erschaffst diese Gedanken nicht, in dem du sie aufschreibst. Du machst sie dir nur bewusst.

 

Das ist ein ganz wichtiger Schritt. Denn:  Was du nicht kennst, kannst du nicht ändern!

 

Im nächsten Artikel geht es darum, wie du dich von diesen Gedanken lösen kannst. Wenn du über neue Artikel informiert werden möchtest, dann melde dich zu meiner Email-Community an. Als Geschenk erhältst du meine kostenlose Übung gegen Heißhunger. Mit dieser Übung lernst du deine Bedürfnisse zu erfüllen, ohne zu essen. Dadurch verschwindet dein Heißhunger und du fühlst dich wohl.

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