Er antwortet nicht? Mit diesen 2 Schritten entkommst du der Qual.

Du hast eine Nachricht an jemanden geschrieben, an deinen Sohn, Partner, deine Ex-Partnerin, dein Date, deine Mutter. Du erwartest, dass er oder sie sich bald mit einer Antwort meldet. Doch die Zeit vergeht und die Antwort kommt nicht. Du bist ungeduldig, gestresst, unsicher oder ärgerlich. Vielleicht benutzt du einen der Messenger-Dienste, die anzeigen, ob der Empfänger die Nachricht gelesen hat. Das kann besonders quälend sein.

 

Warum liest er deine Nachricht nicht? Wenn er sie gelesen hat, warum antwortet er nicht? Ist er sauer über das, was du geschrieben hast? Bist du ihm nicht wichtig genug? Vielleicht hast du um eine Terminabsprache gebeten und bist ärgerlich, weil du gerne eine klare Planung hättest. Oder du hast deinem Date vom Wochenende eine nette, locker-flockige Nachricht geschrieben und bist enttäuscht über das Schweigen. Mag er dich doch nicht so gern? Hast du zu schnell geschrieben? Möglicherweise machst du dir Sorgen, ob es deinem Sohn oder deiner Tochter gut geht und findest, sie könnten dir doch wenigstens kurz schreiben, dass alles okay ist. Kommt dir das bekannt vor? Es kann quälend sein, immer wieder nachzuschauen und auf die Antwort zu warten. Wie kannst du dieser Qual entkommen?

 

Schritt 1: Lerne deine Erwartungen kennen

 

Frage dich als erstes: Welche Antwort möchtest du bekommen? Wann soll sie kommen? In einer perfekten Welt, wie würde die Antwort ganz genau aussehen? Gesteh dir ein, welche Antwort du am liebsten bekämst. Möchtest du Küsschen-Smileys geschickt bekommen? Ein Danke? Einen Terminvorschlag? Möchtest du, dass deine Verabredung dir schreibt, dass das Treffen mit dir etwas ganz Besonderes war? Wie viel Zeit nach deiner Nachricht sollte die Antwort spätestens da sein? 

 

Mach dir bewusst, dass du eine konkrete Vorstellung davon hast, wann die Antwort kommen sollte und wie die Nachricht aussehen sollte. Diese Idealvorstellung lebt als Erwartung in deinem Kopf. Vielleicht findest du, dass deine Partnerin nach spätestens einer halben Stunde antworten sollte, aber sie tut es nicht. Oder der akzeptable Zeitrahmen für dein Date liegt in einer Antwort am selben Tag, spätestens am nächsten Morgen. Aber du wartest vergeblich auf eine Nachricht in dieser Zeit. Dein Stress entsteht dadurch, dass deine Vorstellung nicht zur Realität passt. 

 

Kannst du sehen, dass deine Erwartung dich einschränkt? Du bist nicht offen für die Realität, wie sie sich entfaltet. Du überprüfst, ob die Anderen deiner Vorstellung gerecht werden. Warum sollten sie das tun? Das lässt ihnen nur eine ziemlich enge Bahn, oder? Oft kennen die Anderen deine Erwartung nicht. Selbst wenn sie sie kennen, haben sie ihr eigenes Leben und ihre eigenen Vorstellungen. Möchtest du den Menschen in deinem Leben immer genau die Nachricht schreiben, die sie von dir haben wollen, zu genau dem Zeitpunkt, den sie sich ausgedacht haben?

 

Du kannst darauf beharren, dass es an der anderen Person liegt, dass du unglücklich bist. Aber sind es nicht eher deine festen Vorstellungen, die dich unglücklich machen? Deine Erwartungen sind deine Verantwortung. Mache dir bewusst, wie unglücklich dich diese Erwartungen machen. Wenn du auf dein Handy schaust, wer wärst du ohne die Erwartung, dass sich die andere Person gemeldet hat?

 

Schritt 2: Erfülle dir deine Wünsche

 

Nun frage dich: Warum möchtest du, dass er oder sie dir antwortet? Was würde dir die Antwort geben? Fühlst du dich sicher und geliebt, wenn die Herzchen an deinen Sohn mit Küsschen-Smileys beantwortet werden? Fühlst du dich anerkannt, wenn dein Partner sich bedankt, dass du einkaufen gehst? Suchst du Bestätigung in der Antwort von deinem Date? Möchtest du von deiner Mutter mit deinen Sorgen ernst genommen werden?

 

Wenn du genau herausgefunden hast, worum es dir geht, frage dich, ob du die andere Person klar um das gebeten hast, was du möchtest. Wenn nicht, kannst du die andere Person darum bitten, dir zu geben, was du möchtest. Wenn ich möchte, dass mein Partner mir schreibt, wann er nach Hause kommt, dann schreibe ich ihm beispielsweise: »Bitte lass mich wissen, wann du heute nach Hause kommst, sobald du kannst.« Vielleicht antwortet er mir, vielleicht nicht. Das ist seine Angelegenheit.

 

Wenn du vom anderen trotz glasklarer und spezifischer Bitte nicht das bekommst, was du möchtest, dann gib dir das selbst. Es ist deine Verantwortung, deine Bedürfnisse zu erfüllen. Wenn du von deinem Partner ein Danke hören möchtest, sage dir selbst, dass du dir dankbar bist, dass du den Einkauf erledigt hast. Wenn du Anerkennung und Bestätigung von deinem Date möchtest, mache dir klar, dass du eine attraktive, unterhaltsame Person bist, dass du dich gerne wiedersehen möchtest und noch viel Zeit mit dir verbringen willst. Fühlt sich das wahr an? Falls nicht, gibt es dort noch etwas herauszufinden. Warum sollte deine Verabredung dir etwas versichern, das du selber nicht glaubst?

 

Wenn du klar darum bittest, was du möchtest, und dir selbst gibst, was du brauchst, dann übernimmst du Verantwortung für dich. Du bist dann in dem Bereich, der dich etwas angeht und den du beeinflussen kannst. Ist es nicht großartig, dass du dich viel besser kennen lernen kannst dadurch, dass die andere Person dir nicht antwortet? Findest du es auch so befreiend, in den Bereich zurückzukommen, der deine Angelegenheit ist und den du beeinflussen kannst? Ich freue mich darauf, von deinen Erfahrungen zu lesen. Schreib mir in die Kommentare oder per Email, welche Erfahrungen du mit meinen Vorschlägen gemacht hast.

 

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Kommentar schreiben

Kommentare: 4
  • #1

    Claire (Dienstag, 27 August 2019 09:05)

    Hallo Daria,

    Dein Artikel gefällt mir gut.Insbesondere der Gedanke,dass Andere sich nicht meinen Vorstellungen entsprechend verhalten und wie sehr meine Erwartungen daher meine Zufriedenheit beeinflussen können.
    Du schreibst weiter, man soll sich selbst das Bedürfnis erfüllen,das hinter der Erwartung steht,sollte das Gegenüber nicht darauf eingehen.
    Ist ein gewisses Maß an Verbindlichkeit,Dankbarkeit,Anerkennung,usw. in Beziehungen nicht auch wichtig?Wann ist der Zeitpunkt erreicht, eine Beziehung zu beenden?
    Grüße, Claire

  • #2

    Daria Schymura (Freitag, 30 August 2019 13:07)

    Liebe Claire,

    das ist eine wichtige Frage, die du da stellst. Wenn ich mit jemandem zusammen bin, der nicht verbindlich ist, und ich wäre gerne mit jemandem zusammen, der verbindlich ist, dann ist es vielleicht eine gute Idee mich zu trennen. Daran ist dann nicht der andere schuld, er ist einfach nicht mein Wunschpartner. Oder ich akzeptiere, dass der andere anders ist, als ich ihn mir wünsche.
    Was meiner Erfahrung nach zu viel Frust auf beiden Seiten führt: wenn ich versuche den anderen zu ändern, weil ich glaube, dass er dann besser würde.

    Die entscheidende Frage ist: Möchte ich mit dem anderen zusammen sein - so wie er ist? (und nicht so, wie ich denke, dass er sein sollte)

    Herzliche Grüße
    Daria

  • #3

    Claire (Sonntag, 15 September 2019 17:26)

    Hallo Daria,
    Danke für deine Antwort.Das klingt so leicht und klar,wenn du schreibst,dass es dann vielleicht eine gute Idee sei, sich zu trennen.Oder die 2. Option,den Partner einfach so zu akzeptieren wie er ist.
    Ich bin bei 3. gelandet und habe gehofft,dass die Liebe groß genug ist und er mir in manchen Punkten entgegen kommen kann, was leider nicht passiert ist,sondern im Gegenteil,es hat zu Frust geführt und er hat sich getrennt.
    Und obwohl ich weiß,dass es besser so ist,weil er nicht mein Wunschpartner war und ich ihn nicht so akzeptieren konnte,leide ich schrecklich.Ich verstehe nicht warum?Braucht das Herz länger als der Verstand um soetwas zu begreifen?

    Herzliche Grüße,
    Claire

  • #4

    Daria Schymura (Mittwoch, 18 September 2019 16:00)

    Danke für deine Frage, Claire. Erst einmal finde ich es wichtig nach einer Trennung die Trauer zu fühlen. Gefühle sind dazu da, gefühlt zu werden. Ist es nicht okay, dass du traurig bist? Du hast dir gewünscht, dass die Beziehung hält und das hat sie nicht. Das ist ein Verlust. (Was nicht heißt, dass es sich nicht auch als Gewinn herausstellen kann.)
    Mehr zum Fühlen findest du im Artikel "Warum du nicht versuchen solltest deine negativen Gefühle loszuwerden" im Blog.

    Dann ist es sehr lohnend, deine Gedanken zu beobachten. Ich habe nach Trennungen zum Beispiel gedacht:
    * Ich werde immer alleine sein. Ich finde keine neue Beziehung.
    * Ich bin nicht fähig, glücklich in einer Beziehung zu sein.
    * Ich habe es versaut.
    * Die Beziehung hätte halten sollen.
    * Er hätte mich nicht verlassen sollen.
    * Dass er mich verlassen hat, zeigt, dass ich nicht liebenswert bin.

    Was denkst du? Kannst du merken, wie weh diese Gedanken tun, wenn du sie glaubst? Es lohnt sich, diese Überzeugungen mit den vier Fragen und den Umkehrungen von The Work zu überprüfen. Da gibt es so viel zu entdecken!

    Schreib ein Arbeitsblatt "Urteile über deinen Nächsten" über deinen Ex-Partner, deine Beziehung und das Leben. Du findest hier auf meinem Blog die Anleitung dazu, zB "Werde deinen Groll los" fürs Schreiben des Arbeitsblattes und "Mit diesen 3 Schritten kannst du dich von negativen Glaubenssätzen befreien".

    Einen kürzeren Weg, wieder mehr Frieden zu erleben, kenne ich nicht... und ich weiß, dass es sehr schmerzhaft sein kann, wenn man gerade eine Trennung hinter sich hat.